FixPoetry

 

 

Presse 2010-2016
Andere Stimmen über uns

 

Literarische Texte aus der Sommerfrische: Unter diesem Motto hat die Zeitschrift für Literatur "Am Erker" die Texte ihrer 59. Ausgabe zusammengestellt. Sommerfrische bedeutet hier, dass die wärmste der vier Jahreszeiten unterschiedlich von ausgewählten Autoren dargestellt wird. Marie T. Martin spricht zum Beispiel in ihrer Geschichte "Wann geht der Flieger?" von zerfließender Butter, ausgefallenen Klimaanlagen und der Sehnsucht nach leichtem Sommerregen. Diese steht im Kontrast zur Geschichte eines Paares, dessen Liebe zu Eis erstarrt scheint. Eine etwas andere Perspektive auf den Sommer bietet die Erzählung "Winterfreuden" von Thomas Glatz. Der Ich-Erzähler berichtet neben tropfendem Eis und dem schiffsblauem Badesee auch von der schweren "Lethargie eines heißen Sommertages". Denn er muss trotz Badewetter einen Text über den Winter schreiben. Und das fällt ihm sichtlich schwer.
Außer in Form von Geschichten wird das Thema Sommer auch in anderen Textgattungen sowie Bildern verarbeitet. Auffallend ist das kurze Gedicht "Sommerfrische" von Angelica Seithe: Mit Brombeersträuchern, Birnenwäldern und ungezähmten Pferden besingt sie den stillen, doch wilden Sommer.
Die große Auswahl an Lesestoff, vertreten sind auch Essays, Interviews, Lobgesänge und Kritteleien, garantiert, dass für jeden Geschmack etwas Passendes dabei ist. Hinzu kommt, dass durch die Kürze der Texte das Buch auch "zwischendurch" mal in die Hand genommen werden kann. (...) Das Buch enthält zudem einen von Joachim Feldmann formulierten Nachruf auf Jürgen P. Wallmann, der nicht nur für den "Erker" geschrieben hat, sondern lange Jahre Mitarbeiter der Westfälischen Nachrichten war.

Lydia Klehn, Ibbenbührener Volkszeitung, 29.8.2010
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Ist es nicht ein eigentümliches Gefühl, ganz alte Fotos zu betrachten? Menschen zu sehen, die im 19. Jahrhundert mit steinernen Mienen der langen Belichtungszeit trotzen? Was würde man oft darum geben, eine Zeitreise zu machen und die abgelichtete Szene live zu erleben. Genau diesen Wunsch erfüllt Fridolin Schley in seiner Kurzgeschichte "Niemandsland", einem der Höhepunkte in der aktuellen münsterschen Literaturzeitschrift Am Erker. Der Münchner Autor Schley schleicht sich im Jahr 1838 in die Wohnung des französischen Fotografie-Erfinders Louis Daguerre und beobachtet ihn bei der Aufnahme des ersten bedeutenden Fotos: einer Ansicht des Pariser Boulevard du Temple. (...) Wegen der langen Belichtungszeit ist auf dem Bild überhaupt niemand zu sehen. Nur ein Mann vorne an der Straßenecke, der sich gerade die Schuhe putzen ließ, hat zehn Minuten stillgehalten. Er gilt bis heute als erster fotografierter Mensch. Eine wunderbar philosophische, tiefgründige Geschichte.
"Verloren in der Hochkultur" heißt das Thema des neuen Erkers. Meisterwerke der Kunst strahlen in den Geschichten auf ganz unerwartete Art in den Alltag hinein. In Hinrich von Haarens "Vor der Schlacht" ist es das Gemälde "Jüngling vor weißem Vorhang" des italienischen Renaissance-Malers Lorenzo Lotto von 1508. Ein Museumswächter sitzt jeden Tag daneben und bewacht den Raum. Die stolze Schönheit des Jünglings, sein wissender Blick bewegen ihn tief. Mit meisterlicher Knappheit, eigentlich nur in Andeutungen erzählt der Autor, wie sich der Wächter aus seiner bedrückenden Ehe befreit und einen Mann findet, der dem Jüngling ähnelt – es ist ein Hundezüchter, dessen bissiger Pudel-Pitbull praktischerweise die gestrenge Gattin vertreibt. Ein aufwühlender, ganz in sich abgeschlossener Text, der den Leser dennoch neugierig auf "Hochkultur" macht (...). Am Ende ist man nicht mehr verloren in der Kultur, sondern wissend und angenehm bereichert. Ein sehr lesenswerter Erker.

Manuel Jennen, Münstersche Zeitung, 1.2.2011
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Auf literarische Außenseiter und freischwebende Intelligenzen ganz anderer Art verweist die aktuelle Ausgabe, die Nummer 60 der Literaturzeitschrift "Am Erker". Seit ihren Gründungsjahren favorisiert die im westfälischen Münster verlegte Zeitschrift einen Typus von Literatur, der einen ironischen Realismus mit einem ausgeprägten Sinn für Komik verbindet. In zwei großen Interviews werden im aktuellen Heft zwei Künstler vorgestellt, die sich mit einer Poetik des sarkastischen Realismus und mit viel satirischer Leichtigkeit gegen die konformistische "Hochkultur" stemmen: Zum einen der Romanautor und Satiriker Gerhard Henschel, zum andern der Zeichner und Satiriker Fritz Weigle alias F.W. Bernstein, der letzte lebende Vertreter der sogenannten "Neuen Frankfurter Schule" um Robert Gernhardt. "Herrschaften", so annonciert F.W. Bernstein auch eine Grundüberzeugung der "Am Erker"-Macher, "auch Komik ist Kunst." Und Gerhard Henschel benennt im Gespräch jene deutschsprachigen Autoren, die als Repräsentanten eines literarischen Gegen-Kanons gelten können: Ror Wolf, Max Goldt, Wiglaf Droste oder Thomas Kapielski. Es geht hier also um die Entfaltung einer literarischen Widerständigkeit, die sich einem geschmeidigen Kulturkonformismus verweigert. 

Michael Braun, Saarländischer Rundfunk, April 2011
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Grenzüberschreitung – diese Devise eines modernen Willkürtheaters, die im Grunde eine Maxime der historischen Avantgardebewegungen ist, hat die Münsteraner Literaturzeitschrift "Am Erker" in ihrer neuen Ausgabe näher inspiziert. (...) Ein großes Vergnügen bereitet Peter Bluts Text "Lilz – eine Verkraftung", eine geniale Thomas-Bernhard-Parodie mit endlosen Wiederholungsschleifen, die unter anderem von einer skurrilen Entschlackungskur des Erzählers mit Ingeborg Bachmann handelt.

Michael Braun, Saarländischer Rundfunk, Oktober 2011
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"Es macht den Reiz des neuen 'Am Erker'-Heftes aus, dass der fotografischen Unmittelbarkeits-Poetik Rolf Dieter Brinkmanns ein gänzlich anderes Dichtungs-Konzept entgegengehalten wird: Emanuel Maeß stellt die emphatische Stefan-George-Studie des jungen Dichters Christophe Fricker vor. Das psalmenhafte Sprechen Georges wird hier nicht ideologiekritisch verworfen, sondern als kühne Aneignung des Schönen legitimiert."

Michael Braun, Saarländischer Rundfunk, 15.2.2012
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"'Am Erker', die mittlerweile selbst in Ehren zur Tradition gewordene Literaturzeitschrift aus Münster, tritt mit der Vorgabe in die großen Fußabdrücke des seligen 'Castrvm Peregrini', und sie tut dies mit Verve und dem einen oder andern Augenzwinkern."

André Schinkel unter fixpoetry.com, 22.3.2012
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"Rosenverkäufer, Zigaretten-Promoter und Junggesellenabschiede jagen abendlich durch Münsters Kneipenszene. Vor 35 Jahren waren das noch die unermüdlichen Mitarbeiter von 'Am Erker'. In der Redaktions-WG am Dahlweg 64 schrieben sie erst ihre Texte und verkauften sie dann in Münsters Kneipen. Mittlerweile gehört 'Am Erker' zu den bundesweit renommiertesten Literaturzeitschriften. 1998 wurde sie mit dem Hermann-Hesse-Preis für deutschsprachige Zeitschriften ausgezeichnet.
Mit der aktuellen Ausgabe Nr. 63 feierte die Redaktion um Gründer Joachim Feldmann und Michael Kofort am Donnerstag in der Stadtbücherei im Aaseemarkt 35-jähriges Bestehen. Sie erinnerten sich an die ersten 20 Abonnenten und an die Geschäftseinlagen von 100 D-Mark pro Mitarbeiter. "Keiner von uns hat die bis heute wiedergesehen“, ulkte Feldmann. Rezensionsexemplare gab es von den Verlagen noch zuhauf. Die Bücher wurden im 'Erker' besprochen, danach in der Redaktion ersteigert. "Manchmal bekamen wir mehr Geld für ein Buch, als hinten drauf stand – der Ebay-Effekt“, erzählte Feldmann. Wenn pro Versteigerung um die 150 D-Mark eingenommen worden waren, war der Druck der nächsten Erker-Ausgabe gesichert. Früh arbeitete man mit einem PC, einem Amstrad Schneider. Viele Erfolgsautoren, wie Ralf Thenior und Burkhard Spinnen, beschritten ersten Pfade im 'Erker'. Schmerzhaft erinnert sich Feldmann daran, wie die 'Erker'-Redaktion die Texte des späteren Ingeborg-Bachmann-Preisträgers Georg Klein abgelehnt hatte. "Das Ablehnungsschreiben hängt eingerahmt im Büro".
Anja Schütte zitierte pointiert aus ihrer Magisterarbeit über 'Am Erker', die am Institut für Buchwissenschaft der Universität Mainz erschien. Die 'Erker'-Erfolgsformel aus Eigensinn und Unabhängigkeit schätzt sie sehr. Die Auswahl der richtigen Texte für jede monothematische Ausgabe des 'Erker' aus Hunderten von Einsendungen ist auch heute noch Hauptaufgabe der Redaktion.
Ins aktuelle Heft hat es auch die Düsseldorfer Autorin Gisela Trahms geschafft. Ihre Geschichte "Verschwinden“ las sie vor. In nüchterner Tristesse erzählt sie von der Sinnsuche eines älteren Mannes, den die Einsamkeit aufzufressen vermag. Er gräbt sich im Garten eine Grube. Ein bitteres, aber lebensnahes Werk über das Verlassensein im Alter, nicht ohne schwarzen Humor. So will der Todessehnsüchtige vorher noch das aktuelle Konzert der geliebten Philharmoniker auf keinen Fall verpassen. Trahms lieferte das Zitat des Abends: "Die Literaturzeitschrift 'Am Erker' ist einzigartig, weil die Macher einen sehr gut durch das Leben begleiten.“
Das wollen sie auch weiterhin so machen. Und das ist gut so.

Peter Sauer, Westfälische Nachrichten, 6.7.2012
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"Verrat und Intrige" klingt wie eine Seifenoper aus dem Königshaus. Aber königlich ist hier nur der altersdemente Vater in einem Text von Achim Stegmüller, der sich für König Ludwig II. von Bayern hält und im Sandkasten Schlösser baut. Ansonsten wird der Dolch hier in der Welt der 'kleinen Leute' gezückt, und das ist nicht weniger tragisch. Ein "Erker" als Spiegel einer kalten deprimierten Gesellschaft.

Manuel Jennen, Münstersche Zeitung, 23.1.2013

 

Dass gerade den jüngeren Schriftstellern hier eine Möglichkeit geboten wird, sich einem größeren Kreis mit ihren oft von ironischem Realismus geprägten Werken zu präsentieren, macht den Reiz dieses Literaturmagazins aus. Den Anfang machte der 1992 geborene Nikos Saul, der in diesem Jahr den vom Literaturbüro der Uni vergebenen Kurzgeschichtenpreis erhalten hat. Die mit süffisanter Sprache und hintergründigem Blick verfasste Geschichte "Inkasso“ sorgte für einen unterhaltsamen Einstieg, erschienen hier, in Anlehnung an das Märchen "Hans im Glück“, alltägliche Situationen doch in einem neuen Licht. Burkhard Spinnen kam gerade aus Klagenfurt und berichtete wortgewandt über die unsichere Situation des renommierten Ingeborg-Bachmann-Preises, in dessen Jury er Mitglied ist. Seiner mit humoristischen Anspielungen gewürzten Kurzgeschichte "Pechmarie“ lauschte man im Anschluss gern – wegen Spinnens versierten Umgangs mit der Sprache.

Axel Engels, Westfälische Nachrichten, 24.6.2013

 

Das Ergebnis ist eine wunderbare Ansammlung schicksalhafter Ereignisse. Die Formenvielfalt dieser Anthologie des Pechs reicht von Loriot-Humor in der Provinz über urbane Bukowski-Atmosphäre bis hin zum phantastischen Witz im Physiklabor. Am Erker versteht sich generell auf eine voraussetzungslose Literatur der kleinen Unstimmigkeiten, des Realismus mit kleinsten phantastischen Verschiebungen und des menschlichen Humors, sodass die Zeitschrift zum einen vollständig lesbar bleibt (eine Eigenschaft, die nicht bei jeder Literaturzeitschrift gegeben ist), andererseits aber auch eine literarische Vielfältigkeit beinhaltet, für die man sonst gefühlte 39 Romane lesen müsste. Literarische Extreme werden zugunsten von Geschichten aufgegeben, die, auf dem Boden der Tatsachen verankert, feine Störungen an die Leser herantragen, und damit eine reichhaltige, interessante, humoristische Landschaft ausbilden. (...) Für Leser ist also sowohl die Zeitschrift Am Erker als auch die dort vertretene Literatur ein wirklicher Glücksgriff, ein kleines Heft voller Vielfältigkeiten, das Autoren präsentiert, die weder zum Einheitsbrei noch zur extremen Richtung gehören, ohne dabei, wie gezeigt, harmlos zu sein. Das ist und hier ist: Glückliche Literatur.

Christian Bischopink, booknerds.de, seit 1.12.2013
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Die aktuelle Erker-Ausgabe vereint Geschichten, Gedichte, Karikaturen, Essays und Fotos - wie immer eine gelungene Mischung aus Skurrilität, Komik und großem Drama.

Sabine Müller, Münstersche Zeitung, 2.1.2014

 

Kurzgeschichten sind gewöhnlich nicht das, was auf dem Buchmarkt reißenden Absatz findet. Die Literaturzeitschrift ‚Am Erker’ pflegt diese Gattung jedoch liebevoll. Auch hier versammeln sich wieder illustre Geschichten, die Gefühle von Glück bis Schauer hervorrufen. Ergänzt werden sie um Gedichte von Jan Wagner, der auch schon Gast beim münsterschen Lyriktreffen war, ein Interview mit Schriftsteller Enno Stahl, eine Glosse namens ‚Fischwickel’ und Karikaturen. Diesmal sind sogar noch Fotos dabei – von Stefanie Grebe. Undeutliche Aufnahmen, die an Röntgen- oder Ultraschallbilder erinnern, auf denen sich aber beim näheren Hinsehen Körper oder Körperteile ausmachen lassen. Um rein Körperliches geht es zunächst auch in Markus Orths’ ‚Bitch und Kolja’. Hier findet sich ein herrlicher Nackt-Monolog über den FC Freiburg, verpackt in eine wunderschöne Liebesgeschichte, die sich dann anrührend über das Körperliche erhebt. Lesetipp!
Härterer Stoff verbirgt sich hinter Hannah Dübgens ‚Schattenlider’. Eine Mutter sinniert über die Blindheit ihres Kindes: Wie bewältigen sie und ihr Mann den Schicksalsschlag, dass ihr Baby ohne Augäpfel zur Welt gekommen ist? Wie geht man mit eigenem und fremdem Mitleid um? Sabine Kalff thematisiert in ‚Die Puppe’ Gewalt in der Familie, Carola Weider blickt in ‚Der Kuss’ in die Psychiatrie. Der Schocker aber ist Robert Reimers ‚Nach Hause’: Durch die kindlich-lapidare Erzählweise schlittert der Leser ungeahnt in eine Katastrophe, die Leib und Seele erschüttert.

Sabine Müller, Münstersche Zeitung, 2.7.2014

 

Dieses Literaturmagazin ist in seinen Beiträgen angenehm vielfältig und -stimmig, das wirkt erfrischend und zeitgemäß (...) Man nimmt sich nicht zu ernst, das ist gut. Das ist gesund.

Sophie Weigand, Literatourismus.net, seit 30.3.2015
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Hervorgehoben (...) beginnt das Heft mit dem beklemmenden Text 'Die Fahrgäste' von Dirk Alt, der exzellent die Schrecken der Kindheit verlebendigt. Es folgt eine eher schwache Geschichte von Marcus Jensen, die sich nicht recht zwischen Science Fiction, Surrealem und Familienzank entscheidet, und ein eher journalistischer Bericht Frank Odenthals über die inneren Verwüstungen der als Soldaten missbrauchten Kinder Ugandas. Andreas Heckmann lässt wie Dirk Alt mit 'Neues aus Bad Nenndorf' dem Bedrohlich-Unheimlichen seine Ungeklärtheit und Unerklärlichkeit. Von Gerald Funk findet sich ein kluger Essay 'Vom Blutsaugen', in dem zurückgeblickt wird auf die Vampir-Literatur zwischen dem 'Erlkönig' und Bram Stoker (...) u.a. lesenswerte kurze Erzählungen von Katja Bohnet und Katharina Bendixen.

Rolf Stolz in RHEIN! (Neunkirchen-Seelscheid) Nr. 9, Mai 2015

 

Nun hat die aktuelle Nummer 70 der Literaturzeitschrift Am Erker ein faszinierendes Dossier zu dem eigensinnigen Landschaftsforscher und Skriptomanen Wense vorgelegt, zusammengestellt von den Literaturwissenschaftlern Reiner Niehoff und Valeska Bertoncini.

Michael Braun, Zeitschriftenlese, Poetenladen, seit 17. Februar 2016
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Katharina Donns kurze Wanderung durch Werke über die Kunst des Tagträumens ist ein Glücksfall. Eine solche Art von Text, halb Essay, halb lebendiges Narrativ, über einen Aspekt des Gewahr-Werdens, streifend und markierend, ziehe ich jederzeit einer breiten und minuziösen Literaturanalyse vor. (...) Mein unvernünftigstes Kompliment für Autorin Manuela Bibrach und den weichen statt kernigen Heinz, der sich durchs Fernsehen zappt und in einem allzu klaren, aber herrlich abrupten Text festsitzt. Es lebe die Miniatur! (...) Kenntnisgebend und gelungen: der Text über den Traumadvokat Hofmannsthal und den Traum als Symbol des über die Wirklichkeit hinausgehenden Wesens des Menschen. (...) Verblüffend, eine Mischung aus Sciene-Fiction und stilsicheren Traumlogik-Exzessen: ‚Maschinentraum’ von Kai Köhler ist die vielleicht beste Erzählung des Hefts. Hätte aber gern noch etwas länger sein können. Nun folgt die Bücherschau, fast 30 Seiten Besprechung von Neuerscheinungen und Leseerfahrungen, außerdem drei Kolumnen (eine davon auch über andere Literaturzeitschriften). Das macht ziemlich viel Spaß, wenn man eine Leseratte ist wie ich. Dieser Ausklang rundet dann auch den Eindruck, den ich von der Zeitschrift Am Erker gewinnen konnte, sehr gut ab. Mal abgesehen davon, dass Lyrik und Formexperimente anscheinend jenseits des Fokus liegen, hat diese Zeitschrift einiges zu bieten und versammelt – angefangen beim analytischen Essay, über viele Spielarten von Erzählung und Kurzprosa hinweg, bis zur Kolumne und Rezension – alles, was sich an Literatur gut und einfach konsumieren lässt. Das Neue und Innovative fehlt ein wenig (...). Ich persönlich habe vor allem die Fülle an Essay- und Kritikbeiträgen sehr genossen.

Timo Brandt, FixPoetry, Hamburg, seit 31.8.2016
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